Dienst-Porträt · Sowjetunion (zunächst Sowjetrussland) · Historische Dienste

Tscheka

Allrussische Außerordentliche Kommission (Tscheka, WeTscheKa)

Die Tscheka war die erste sowjetische Geheimpolizei und Vorläuferin von OGPU, NKWD und KGB. Gründung 1917, Namenswechsel, Großer Terror und die Stationen bis zum KGB – nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung.

Zuletzt aktualisiert: · Von Klaus Weber · Mit Quellen belegt

Die Tscheka (WeTscheKa, „Allrussische Außerordentliche Kommission“) war die erste Geheimpolizei des sowjetischen Staates. Nach Darstellung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wurde sie nach der Oktoberrevolution 1917 unter Felix Dserschinski gegründet; parallel bestand das Volkskommissariat für Inneres (NKWD).[1] Ihre Nachfolgeorganisationen – GPU, OGPU, NKWD, NKGB, MGB und schließlich das KGB – prägten die Sowjetunion bis 1991. Dieses Porträt fasst zusammen, was die bpb zu den Stationen festhält.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegründet am 20. Dezember 1917 als Terrororgan zur Bekämpfung der Konterrevolution unter Felix Dserschinski.[2]
  • Stationen: Tscheka (1917) → GPU (1922) → OGPU (1923) → NKWD (1934) → NKGB/MGB (ab 1941) → KGB (1954).[2]
  • Großer Terror 1936–1938: unter NKWD-Chef Jeschow; er traf Partei, Polizei und Armee.[2]

Gründung

Die Tscheka wurde am 20. Dezember 1917 als Terrororgan zur Bekämpfung der Konterrevolution gegründet; ihr Apparat war nach der Darstellung durch keine Gesetze gebunden. Leiter war Felix Dserschinski.[2] Als erste sowjetische Geheimpolizei steht sie am Anfang der Linie, die zum KGB führte.[1]

Die Stationen bis zum KGB

Die bpb nennt in einer älteren Darstellung (Aus Politik und Zeitgeschichte, 1959) folgende Stationen:[2]

  • GPU, 1922: Umbenennung der Tscheka; die Gerichte übernahmen einen Teil der Befugnisse.
  • OGPU, 1923–1934: Vereinigung der republikanischen GPU-Apparate. Nach Dserschinskis Tod 1926 leitete Menschinski die Organe, die zum Instrument von Stalins Machtkampf wurden.
  • NKWD, 1934–1941: Leiter waren Jagoda, dann Jeschow, ab Dezember 1938 Berija. Auf die Ermordung Kirows 1934 folgten Schauprozesse; unter Jeschow setzte die „Jeschowschtschina“, der Große Terror 1936–1938, ein. Sie traf Partei, Polizei und Armee; die Rote Armee verlor unter anderem Marschall Tuchatschewski und den Großteil ihres Generalstabs. Jagoda wurde 1938 erschossen.
  • NKGB und MGB, 1941–1953: Das NKGB wurde 1941 abgetrennt, 1943 erneut selbstständig und 1946 als Ministerium für Staatssicherheit (MGB) geführt.
  • KGB, ab März 1954: Auslandsnachrichtendienst und Staatssicherheit wurden dem Innenministerium entzogen.

Die Organe dienten unter Stalin nach dieser Darstellung zur Ausschaltung der Parteiopposition und der Großen Säuberung; der Autor nennt sie die „Hauptstützen“ des stalinistischen Absolutismus.[2] Die Quelle stammt aus dem Jahr 1959; neuere Forschung zu Opferzahlen ist hier nicht ausgewertet, und Zahlen werden deshalb nicht genannt.

Vergleich

Wie ein Rechtsstaat Nachrichtendienste von der Polizei trennt und kontrolliert, erklären die Beiträge Nachrichtendienst oder Polizei? und Wer kontrolliert Nachrichtendienste? Fachbegriffe erklärt das Glossar.

Häufige Fragen

Was war die Tscheka?

Die Tscheka (WeTscheKa, „Allrussische Außerordentliche Kommission“) war die erste Geheimpolizei des sowjetischen Staates. Nach Darstellung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wurde sie nach der Oktoberrevolution 1917 unter Felix Dserschinski gegründet; parallel bestand das Volkskommissariat für Inneres (NKWD).[1]

Wann wurde die Tscheka gegründet?

Die Tscheka wurde am 20. Dezember 1917 als Terrororgan zur Bekämpfung der Konterrevolution gegründet; ihr Apparat war nach der Darstellung durch keine Gesetze gebunden. Leiter war Felix Dserschinski. Als erste sowjetische Geheimpolizei steht sie am Anfang der Linie, die zum KGB führte.[2][1]

Zum Weiterlesen

Geschichte der Geheimdienste. Von den Pharaonen bis zum Cyberkrieg

EinstiegWolfgang Krieger · C.H.Beck, 4. Auflage 2026 – Die Geschichte der Nachrichtendienste weltweit, von der Antike bis in die Gegenwart.

Affiliate-Links: Wenn Sie über diese Links bei Amazon kaufen, erhalte ich eine kleine Provision; der Preis bleibt für Sie gleich. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

Quellen

  1. Bundeszentrale für politische Bildung: „Volksfeinde“ im Visier. Anna Schor-Tschudnowskaja, 30.12.2016, abgerufen am 14.10.2026.
  2. Bundeszentrale für politische Bildung: Die sowjetischen Sicherheitsorgane. Ihre Wandlungen von Dsiershinskij bis Schelepin. Aus Politik und Zeitgeschichte 49/1959, abgerufen am 14.10.2026.

Überblick: Russischer Geheimdienst: FSB, SWR und GRU im Überblick

Verwandte Dienste

  • Organisation Gehlen – Organisation Gehlen (hervorgegangen aus der US-Operation „Rusty“), Deutschland (amerikanische Besatzungszone/Bundesrepublik)
  • HVA – Hauptverwaltung A (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, Deutschland (DDR)
  • Stasi – Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Deutschland (DDR)
  • Fremde Heere Ost – Abteilung Fremde Heere Ost (FHO), 12. Abteilung des Generalstabs des Heeres, Deutschland (NS-Staat)
  • Gestapo – Geheime Staatspolizei (Gestapo), Deutschland (NS-Staat)
  • SD / RSHA – Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (SD) und Reichssicherheitshauptamt (RSHA), Deutschland (NS-Staat)