Zuletzt aktualisiert: · Von Klaus Weber · Mit Quellen belegt
Die Suojelupoliisi, kurz Supo, ist der Sicherheits- und Nachrichtendienst Finnlands. Sie ist ein interessanter Sonderfall: Gesetzlich ist sie eine Polizeieinheit, doch seit Juni 2019 führt sie keine Strafermittlungen mehr und hat keine Beamten mit Festnahmebefugnis.[3][5] Im Gegenzug darf sie seitdem Informationen auch im Ausland beschaffen.[4] Finnland hat sich damit vom skandinavischen Polizeimodell entfernt. Dieses Porträt stützt sich auf die finnischen Gesetze und die Angaben der Supo.
Das Wichtigste in Kürze
- Gegründet 1948/49; von 1972 bis 1990 hieß der Dienst übersetzt „Polizei des Präsidenten“.[2]
- Reform 2019: keine Strafermittlungen, keine Zwangsmittel, keine Festnahmen mehr; dafür ziviler Nachrichtendienst im In- und Ausland.[4][5]
- Kontrolle: Innenministerium, ein unabhängiger Nachrichtendienst-Ombudsmann, ein Parlamentsausschuss und Gerichte.[6]
Aufgaben und Befugnisse
Nach dem Gesetz über die Polizeiverwaltung soll die Supo Informationen zum Schutz der nationalen Sicherheit beschaffen und Bedrohungen der Staats- und Gesellschaftsordnung erkennen und verhindern.[3] Nur die Supo darf in Finnland zivile nachrichtendienstliche Operationen durchführen; sie darf auch im Ausland Informationen beschaffen.[4]
Mit den Nachrichtendienstgesetzen, die am 1. Juni 2019 in Kraft traten, wurden ihr die Befugnisse zu strafrechtlichen Ermittlungen und damit auch zu Zwangsmitteln entzogen; seitdem gibt es bei der Supo keine Beamten mehr, die Festnahmen vornehmen dürfen.[5] Schwere Straftaten ermittelt das Zentralkriminalamt.[4]
Kontrolle
Die Supo untersteht unmittelbar dem Innenministerium, das auch ihre Arbeit beaufsichtigt; ihren Leiter ernennt die Regierung.[3][6] Seit 2019 kontrolliert ein unabhängiger Nachrichtendienst-Ombudsmann die Arbeit. Im Parlament gibt es einen Aufsichtsausschuss für Nachrichtendienste mit elf Mitgliedern. Über den Einsatz nachrichtendienstlicher Methoden entscheidet ein Gericht.[6]
Geschichte
Das Gesetz über die Supo wurde am 17. Dezember 1948 bestätigt, die Arbeit begann Anfang 1949. Von 1972 bis 1990 trug der Dienst einen Namen, der übersetzt „Polizei des Präsidenten“ bedeutet.[2] Die Reform von 2019 machte die Supo zum Sicherheits- und Nachrichtendienst.[4]
Leitung und Personal
Direktor der Supo ist Juha Martelius.[1] Der Dienst hatte 2025 rund 570 Beschäftigte; Sitz ist Helsinki.[1][7]
Einordnung
Finnland zeigt, dass sich Modelle ändern können: Aus einem Polizeidienst wurde 2019 ein Nachrichtendienst ohne Ermittlungsbefugnisse. Mehr dazu im Beitrag Inlandsnachrichtendienste im Vergleich.
Häufige Fragen
Was ist Supo?
Die Suojelupoliisi, kurz Supo, ist der Sicherheits- und Nachrichtendienst Finnlands. Sie ist ein interessanter Sonderfall: Gesetzlich ist sie eine Polizeieinheit, doch seit Juni 2019 führt sie keine Strafermittlungen mehr und hat keine Beamten mit Festnahmebefugnis.[3][5][4]
Wer kontrolliert Supo?
Die Supo untersteht unmittelbar dem Innenministerium, das auch ihre Arbeit beaufsichtigt; ihren Leiter ernennt die Regierung. Seit 2019 kontrolliert ein unabhängiger Nachrichtendienst-Ombudsmann die Arbeit. Im Parlament gibt es einen Aufsichtsausschuss für Nachrichtendienste mit elf Mitgliedern.[3][6]
Zum Weiterlesen
Geschichte der Geheimdienste. Von den Pharaonen bis zum Cyberkrieg
EinstiegWolfgang Krieger · C.H.Beck, 4. Auflage 2026 – Die Geschichte der Nachrichtendienste weltweit, von der Antike bis in die Gegenwart.
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Quellen
- Supo: Organisation. Abgerufen am 14.10.2026.
- Supo: History. Abgerufen am 14.10.2026.
- Finlex: Laki poliisin hallinnosta 110/1992. Abgerufen am 14.10.2026.
- Supo: Intelligence legislation. Abgerufen am 14.10.2026.
- Valtioneuvosto: HE 166/2020 vp (Regierungsentwurf zur Änderung des Polizeigesetzes). Abgerufen am 14.10.2026.
- Supo: Regulatory control. Abgerufen am 14.10.2026.
- Supo: About SUPO. Abgerufen am 14.10.2026.