Zuletzt aktualisiert: · Von Klaus Weber · Mit Quellen belegt
Der Mossad ist der Auslandsnachrichtendienst des Staates Israel. Sein offizieller englischer Name lautet „Institute for Intelligence and Special Operations“. Der Dienst beschreibt sich selbst als Israels Nachrichtendienst, der Informationen beschafft, um Entscheidungsträgern bei der Gestaltung der nationalen Sicherheitspolitik zu helfen; dazu nutzt er auch Fähigkeiten für „strategische Operationen“.[1] Dieses Porträt fasst zusammen, was der Mossad und die israelische Regierung selbst veröffentlicht haben, ergänzt um Angaben des Deutschen Spionagemuseums. Nicht öffentliche Angaben sind als solche gekennzeichnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Gegründet am 13. Dezember 1949; Israel hat drei getrennte Dienste: Militärnachrichtendienst, Inlandssicherheitsdienst und den Auslandsdienst Mossad.[2]
- Aufgabe: Informationsbeschaffung im Ausland und verdeckte Operationen für die Sicherheit Israels.[1][3]
- Leitung: Roman Gofman, ernannt vom Ministerpräsidenten mit Wirkung vom 2. Juli 2026 für fünf Jahre.[4]
- Größe: Schätzung von rund 7.000 Mitarbeitenden (2018).[5]
Warum bekannte Operationen keine Rangliste ergeben
Berühmte Einsätze machen einen Dienst sichtbar. Sie liefern aber keine vollständige Bilanz: Von geheim gebliebenen Operationen ist ebenso wenig eine verlässliche Gesamtzahl bekannt wie von ihren Ergebnissen. Aus einzelnen öffentlich bekannten Fällen lässt sich deshalb keine belastbare Rangfolge der „besten Geheimdienste“ ableiten. Das ist eine Grenze der Aussagekraft, keine Bewertung einzelner Einsätze.
Auch die Personalangabe in diesem Porträt muss mit ihrem Bezugsjahr gelesen werden: Die rund 7.000 Beschäftigten sind eine Schätzung aus dem Jahr 2018, keine amtliche aktuelle Bestandszahl.[5] Wer Größe und Leistungsfähigkeit vergleichen möchte, findet die unterschiedlichen Maßstäbe im Beitrag Größte Geheimdienste der Welt.
Auftrag
Nach eigener Darstellung ist der Mossad dem Sammeln strategischer und operativer Informationen gewidmet, um Stabilität im Nahen Osten und weltweit zu fördern. Er sei für verdeckte Tätigkeiten zuständig – Informationsbeschaffung, Abwehr von Bedrohungen und „Sonderoperationen“ im Dienst der strategischen Ziele Israels und seiner Verbündeten.[3] Das Deutsche Spionagemuseum führt ihn als Auslandsnachrichtendienst mit Sitz in Tel Aviv.[5] Wie bei den meisten Diensten sind Einzelheiten zu laufenden Operationen nicht öffentlich.
Aufbau und Geschichte
Der Mossad entstand nach der Staatsgründung Israels. Ministerpräsident David Ben-Gurion wollte nationale Strukturen für die Nachrichtendienste schaffen, die schon vor dem Staat bestanden hatten. Nach internationalem Brauch entschied man sich für drei getrennte Einrichtungen: einen militärischen Nachrichtendienst, einen Inlandssicherheitsdienst und einen Auslandsdienst – später Mossad.[2]
Am 30. Juni 1948 wurde der Informationsdienst der Haganah („Schai“) aufgelöst und die staatlichen Dienste wurden begründet. Im Juli 1949 schlug Reuven Schiloach, ein Beamter des Außenministeriums, eine zentrale Einrichtung zur Koordinierung der Nachrichtentätigkeit vor. Ben-Gurion stimmte zu und verkündete am 13. Dezember 1949 die Gründung einer solchen Stelle unter Schiloach; dieses Datum gilt als Gründungsdatum des Mossad.[2] Diese Koordinierungsstelle war zunächst nicht an der Beschaffung im Ausland beteiligt; sie lag bei einer Abteilung des Außenministeriums. Anfang 1951 wurde entschieden, eine zentrale Stelle für die Auslandsbeschaffung zu schaffen und dem Mossad unterzuordnen. Aus ihr ging später die Abteilung „Tzomet“ hervor, die auf das Anwerben und Führen von Agenten spezialisiert ist.[2]
1952 wurde Schiloach von Isser Harel abgelöst, der zuvor den Inlandsdienst Schin Bet geleitet hatte und nun beide Organisationen führte. In Harels Amtszeit bis 1963 wuchs der Mossad nach eigenen Angaben von rund 80 auf über 620 Beschäftigte.[2]
Leitung
Auf seiner Internetseite führt der Mossad seine Direktoren auf: Reuven Schiloach (1949–1952), Isser Harel (1952–1963), Meir Amit (1963–1968), Zvi Zamir (1968–1974), Yitzhak „Haka“ Hofi (1974–1982), Nahum Admoni (1982–1989), Shabtai Shavit (1989–1996), Danny Yatom (1996–1998), Efraim Halevy (1998–2002), Meir Dagan (2002–2011), Tamir Pardo (2011–2016) und Yossi Cohen (2016–2021).[2] Die Liste auf der Seite endet mit dem Jahr 2021. Für die jüngste Ernennung gibt es eine Mitteilung des Büros des Ministerpräsidenten vom 12. April 2026: Ein Beratungsausschuss für Spitzenämter unter dem Vorsitz des früheren Präsidenten des Obersten Gerichts Asher Grunis billigte Generalmajor Roman Gofman als Direktor; Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterzeichnete daraufhin die Ernennung mit Wirkung vom 2. Juli 2026 für fünf Jahre.[4]
Kontrolle und Transparenz
Der Direktor wird nach Billigung eines Beratungsausschusses vom Ministerpräsidenten ernannt.[4] Zur parlamentarischen Kontrolle des Mossad, zum Budget und zur genauen Personalstärke gibt es in den hier ausgewerteten Quellen keine belegten Angaben; das Deutsche Spionagemuseum nennt für 2018 eine Schätzung von rund 7.000 Beschäftigten.[5] Wie die Kontrolle deutscher Dienste geregelt ist, erklärt der Beitrag Wer kontrolliert Nachrichtendienste? Hinweise zum Aufbau mehrerer Dienste im Vergleich gibt der Beitrag Was ist ein Nachrichtendienst?. Fachbegriffe erklärt das Glossar.
Häufige Fragen
Was ist der Mossad?
Der Mossad ist Israels Auslandsnachrichtendienst. Sein offizieller englischer Name lautet Institute for Intelligence and Special Operations.[1]
Ist der Mossad dasselbe wie der Schin Bet?
Nein. Der Mossad ist der israelische Auslandsnachrichtendienst.[1] Der Schin Bet ist der Inlandsnachrichtendienst; beide werden im Israel-Überblick getrennt erklärt.
Zum Weiterlesen
Der Schattenkrieg. Israel und die geheimen Tötungskommandos des Mossad
SachbuchRonen Bergman · Penguin, Taschenbuch 2019 (Originaltitel: Rise and Kill First) – Umfangreiches Sachbuch (864 Seiten) des israelischen Journalisten über gezielte Tötungen durch israelische Dienste.
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Quellen
- Mossad: Startseite. Abgerufen am 13.10.2026.
- Mossad: History (Gründung, Direktoren). Abgerufen am 13.10.2026.
- Mossad: About. Abgerufen am 13.10.2026.
- Prime Minister’s Office (Israel): Advisory Committee Approves Maj.-Gen. Roman Gofman as the Next Director of the Mossad. 12.4.2026, abgerufen am 13.10.2026.
- Deutsches Spionagemuseum: Secret Services of the World. Abgerufen am 13.10.2026.